SCREENING IM DEEP SPACE 8K IM ARS ELECTRONICA CENTER LINZ

„Logistics of Life“: Wie das Innenleben einer Zelle zum begehbaren Erlebnis wird

Was normalerweise nur unter dem Mikroskop sichtbar ist, wurde bei der Langen Nacht der Forschung im Ars Electronica Center (AEC) zur greifbaren Realität: Das Projekt „Logistics of Life“verwandelte den Deep Space 8K in eine begehbare, pulsierende Zelle. Ein spektakuläres Beispiel dafür, wie Wissenschaft und Kunst zusammen eine neue Dimension des Verständnisses eröffnen können.


Die Zelle als Logistikzentrum: Wissenschaft wird zum Abenteuer

Statt trockener Lehrbuchabbildungen erlebten die Besucher:innen eine eukaryotische Zelle als dynamischen, interaktiven Raum. Mithilfe einer Game Engine und stereoskopischer 8K-Projektion wurde das Innenleben der Zelle in nie da gewesener Detailtreue rekonstruiert. Zellkern, Endoplasmatisches Retikulum und Vakuolen entpuppten sich nicht als statische Strukturen, sondern als ein hochkomplexes Logistiknetzwerk – ein Labyrinth aus Transportwegen, Signalprozessen und Energieflüssen, das in Echtzeit erkundet werden konnte. Entwickelt wurde diese immersive Experience in enger Zusammenarbeit mit Prof. Joseph Strauss vom Institut für mikrobille Genetik und der BiMM-Forschungsplattform der BOKU Wien,

„Die Zelle ist kein Zufall, sondern ein perfekt organisiertes System“, betont Prof. Joseph Strauss, dessen wissenschaftliche Expertise die Grundlage für das Projekt bildete. „Hier wird deutlich, dass selbst die kleinsten Bausteine des Lebens von einer alles druchdringenden Präzision geprägt sind.“

„Es geht nicht nur darum, etwas zu zeigen, hier ist die Zelle erlebbar“, meint Dr. Lea Atanasova, die durch die Vorführung führte. Ihre Expertise in molekularer Biologie und ihre Leidenschaft für Wissenschaftskommunikation machten das Erlebnis zu einem unvergesslichen Highlight der Langen Nacht der Forschung.

„Logistics of Life“ ist kein klassisches Wissenschaftsprojekt – es ist ein künstlerisch-wissenschaftliches Gesamtkunstwerk. Die Inszenierung erinnerte daran, dass das Leben auf allen Ebenen von einer fast schon poetischen Komplexität geprägt ist.


Ein Blick in die Zukunft der Wissensvermittlung

Mit „Logistics of Life“ zeigen die 3D-Artists Claudia Puck und Johann Steinegger, wie moderne Technologien die Grenzen zwischen Forschung, Kunst und Bildung verschwimmen lassen. Das Projekt beweist: Wissenschaft muss nicht trocken sein, sie kann fesselnd, ästhetisch und interaktiv sein.

Wer die Vorführung verpasst hat, kann sich auf der Website des AEC (www.aec.at) über zukünftige Termine informieren.